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Manifest Brut

Der Homo sapiens sapiens tritt vor 200.000 Jahren zutage. 

 

Zu einem Gewissen Zeitpunkt seiner Existenz verspürte der Homo sapiens das Bedürfnis sich anders auszudrücken. Bisher war er lediglich fähig Gesten und Laute hervorzubringen. Nun aber entdeckt er, dass Kohlestücke für ihn ein Instrument zur Kommunikation darstellen können, mit welchem er Zeichen und Bilder auf Felsen hinterlassen kann, entsprechend seiner eigenen Wahrnehmung der Welt und des Universums, das ihn umgibt.

 

Seit er seine Augen dem Himmel entgegenstreckt, hört er nicht mehr auf zu beobachten, was ihn umgibt. Dank der verschiedenen "freien" Zeichen und Interpretationen, welche er auf Felsen zurücklässt, lernt er seine Welt besser zu verstehen. Anschließend sucht er eine Methode gerechter Zusammenarbeit zwischen ihm und der Welt, welche den Ansprüchen des einen, sowie der anderen, im absoluten Respekt der Vielfalt und der Arten, gerecht wird.

 

Diese Prinzipien sind universell und können nicht aufgespalten werden. Sie werden mit uns geboren und sterben mit uns. Heute, und vor allen Dingen heute, tracht das System danach diese Prinzipien durch x-beliebige Mittel abzuwerten, sie gar ganz zu zerstören, indem es uns mit einem kurzlebigen Markt der Bilder und der diktatorischen Informationen abzulenken versucht. 

Wir müssen dies bekämpfen um uns unsere totale Freiheit wieder anzueignen und mit Stärke das destruktive Fortschreiten eines erbarmungslosen Marktes und seiner "intellektuellen" Handlanger zu verlangsamen. Sich seinem eigenen Gewissen stellen, die universelle Harmonie suchen, welche verbindet statt zu trennen. Zeuge der Gegenwart sein und Mittler für die Zukunft, einer Zukunft an der alle, und ich sage alle, unweigerlich beteiligt sind. Aufmerksamer Wächter sein, damit die fundamentalen Rechte der Menschen und der Natur respektiert werden. Zu den Ursprüngen zurückkehren, zu den alten "Leidenschaften", zur Einfachheit und zur menschlichen Wärme. Starten wir mit unseren Taten, ehrliche Mitstreiter, mit unseren Gesprächspartnern und mit dem Anderen, in welchem wir uns widerspiegeln und dabei die Einheit der Freiheit erkennen.

 

Die Bewegung "Brut" (Zurück zu den Ursprüngen) verfolgt drei Ziele

 

Das erste und vielleicht das wichtigste betrifft die Unabhängigkeit des Künstlers.

Ein radikaler Bruch mit den programmierten Visionen und Stereotypen eines Marktes, der die Künstler ihrer Träume, Ideen und Daseinsgründe beraubt hat.

Dieser Markt setzt uns unter beständigen kommerziellen Druck. Er zwingt uns dazu, dem uns von einem unilateralen System aufgezwungenen, kulturellen Projekt zu folgen, in dem die einzigen Gewinner niemand anderes ist, als jene, welche den Markt manipulieren und ihren Anhängern sowie den "Intellektuellen" schmeicheln und sie anlügen. Letztere sind bereit, für ein Stück Brot eine Bekanntheit, gleich jener der "Telerealtät", bereitwillig ihre kulturellen Fähigkeiten in den Dienst dieser Manipulatoren zu stellen.

 

Das zweite Ziel betrifft die Frage:  Wie sich diesen Invasoren entgegenstellen und wie die Barrikaden errichten, um ihre Attacken und vor allem ihre Erpressungen zu blockieren? Die Lösung läge wahrscheinlich in der Verwaltung, in völliger Freiheit, unseres Könnens, mittels unabhängiger Kanäle und Alternativen zu den herkömmlichen Orten der "Anerkennung" des Kunstwerkes, wie der Galerien und Museen. 

 

Letztere behaupten, genau wie die Kunstkritiker, den Besitz eines anderen als Frucht ihres unbestreitbaren "Talentscout" zu beurteilen und anzuerkennen. Dadurch lassen sie ihre Bankkonten wachsen und machen sich über die Demokratie lustig.

Die Rolle der Ausstellungsorte  und ihrer kulturellen Verteidiger muss neu bemessen werden, indem jedem die Möglichkeit gegeben wird, sich dem Denken zu nähern und schlussendlich wesentlicher Bestandteil eines Dialogs zu werden, welcher wahrscheinlich zu gemeinschaftlichen Überlegungen, Vorschlägen und Lösungen führen wird.

Davon würden alle profitieren, würden das Vergnügen wiederfinden zusammen zu sein, würden aufs Neue die wirkliche Solidarität spüren und wichtiger Bestandteil einer Gesellschaft werden, die an das Gemeinwohl denkt und handelt.

 

Das dritte Ziel ist die totale Ablehnung eines verlogenen Systems, sosehr, dass seine fundamentale Grundlage zur Diskussion steht.

Rimbaud hat gesagt: " Und heute, wo ich alles gelernt habe, fühle ich das Bedürfnis alles zu verlernen".

Er lügt mit jedem Atemzug. Wie viele haben sich eine Persönlichkeit erschaffen, welche auf  Lügen aufbaut? Manche erwähnen Episoden in ihrem Leben, welche sie nie in der Realität erlebt haben. Aber durch das Erzählen brennen sich diese Erinnerungen so in ihr Gedächtnis ein, dass sie selbst nicht mehr wissen ob diese real sind, oder nur die Frucht ihrer Vorstellungskraft.

Oft aber, betreffen die Lügen einen großen Teil des Alltagslebens.

Diese Personen lügen, selbst wenn es nicht nötig ist. Sie fühlen sich gezwungen zu lügen, da ihre Ängste und Kompromisse vielfältig sind und ihre Bestechungen kontinuierlich.

Sie lügen auch um sich einen Platz zu schaffen und akzeptiert zu werden von ihrer eigenen Gemeinschaft, um eine Rolle oder eine Position in der Gesellschaft einzunehmen, um sich Zugang zu einem sozialen Statut zu verschaffen, welches sie selbst nicht beherrschen und verlieren so den Kontakt zur Realität.

Sie lügen sich selbst an und enthüllen somit einen Mangel an Wertschätzung, nicht bemerkend dass sie sich damit selbst nicht mehr gehören sondern Gefangene ihrer eigenen Schöpfung geworden sind, welche fortan über ihr Schicksal bestimmt.

Darum, diese Belehrungen ablehnend, ist es uns noch möglich uns von einem falschen Leben zu entfernen und uns würdig auf den Weg zum Tod zu begeben.

 

Wir fordern von Ihnen nicht das Unmögliche, aber wir bitten Sie uns zu verstehen und auf Ihr Herz zu hören. Dann werden Sie nach und nach sehen, dass wir mit kleinen Veränderungen und mit Widerstand, dieses degenerierte System umstürzen können und ein besseres System schaffen, welches unseren Bedürfnissen entspricht und unsere geraubte Würde wiederherstellt.

 

 

                                                   Rino Telaro         Michaël Beauvent

   

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Come iscriversi e partecipare alle attività del movimento.

   
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